Marxismus
Aus Laboratorium
Der Marxismus erklärt die Welt mit kritischem Anspruch aus dem Blickwinkel der Arbeit. Analyse, Kritik und Perspektive orientieren sich vor allem an der Arbeit. Deswegen muß er scheitern. Da hilft es auch nicht weiter, wenn man Arbeit aufteilt in konkrete und abstrakte Arbeit und die eine bejubelt und die andere verdammt.
Der wertkritische Ansatz sieht diese Unzulänglichkeit, schüttet aber das Kind mit dem Bad aus, indem zugleich mit dem Bezug zur Arbeit jegliche Perspektive verloren geht.
Der Postoperaismus macht diesen Fehler nicht. Er erweitert jedoch umgekehrt den Arbeitsbegriff so stark, dass er jegliche Trennschärfe verliert. Die Perspektive wirkt dann folgerichtig auch schnell sehr rosig.
Eine zeitgenössische Aktualisierung des Marxismus müsste diese Klippen vermeiden und das kann nicht anders gehen als komplett auf die Fundierung durch den Arbeitsbegriff zu verzichten. Ob man das dann allerdings noch Marxismus nennen kann, wäre die Frage. Wohl eher nicht.

