Kommunistisches Begehren

Aus Laboratorium

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"Am Anfang war der Schrei der Negativität" schreibt Holloway in Anspielung an die ersten Schreie eines Babys direkt nach der Geburt. Er betohnt sehr oft das alle kritische Theorie negativ sein müsse und wirft folgerichtig auch Hardt/Negri und den Postoperaisten zuviel Positivität vor. Hintergrund ist eine philosophische Debatte, die letzten Endes darauf hinausläuft in welcher philosophischer Tradition man sich verortet, in der dialektischen in der Linie Hegel-Marx-Adorno oder in der postmodernen Linie Spinoza-Nietzsche-Deleuze.

Bini Adamczak fordert die "Konstruktion eines kommunistischen Begehrens" und liegt damit eher in der zweiten Tradition.

Wie ist es nun aber genau mit dem "ersten Schrei"? Er hat einen Doppelcharakter. Er enthält zum einen eben dieses Moment der Negativität, des Protestes, das Holloway meint. Zum anderen ist er aber auch ein Schrei nach Hilfe, ein Schrei der sagt "Ich existiere und ich kann nicht leben ohne Dich", also ein Schrei der ein positives Moment, eben ein "kommunistisches Begehren", ein Begehren nach Gemeinsamkeit, nach Verortung in einem Kommunen enthält.

Wir haben also genau genommen zwei Begehren zu entdecken, ein kommunes und ein individualistisches. Diese sind nicht unabhängig voneinander, sie - ganz in dialektischer Tradition - bedingen einander. Das Ergebnis dieser Verquickung wäre dann vielleicht ein "kommunistisches Begehren". Eine Möglichkeit das auszudrücken, findet sich vielleicht im Konzept der Selbstentfaltung.

Auch auf philosophischer Ebene gälte es, die beiden Traditionen wieder miteinander ins Gespräch zu bringen. Bedeutungswirbel sind dazu ein Versuch.

Siehe auch

Literatur

Bini Adamczak, "Kommunismus", Unrast-Verlag, ISBN 3-89771-430-2

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