Diskussion:Movable Commons

Aus Laboratorium

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ToKa: Hmm. Ich habe den Namen (PPP) schon mit bedacht gewählt. Ohne Eigentum ist eine Maintainerschaft nicht möglich. Und ein gemeinsames Nutzen ist ohne Öffentlichkeit nicht möglich.

Wäre schade, wenn es schon einen Fork gibt, bevor überhaupt die ersten Güter unter dieser Lizenz erscheinen.

Ich habe von Johannes eine englische Übersetztung von PPP, allerdings bisher in einem Dateiformat, das ich nicht lesen kann.

Dann noch zum Namen: Commons bezeichnet soweit ich weis bereits die Gemeinschaft öffentlicher Güter, und nicht das einzelne, oder ?

Aber wie dem auch sei; wie bei OpenSource und FreeSoftware wird es Menschen geben, die die eine oder andere Bezeichnung vorziehen werden.

Wichtiger als der Name wäre mir der Start lokaler Aktivitäten, denn anders als bei Software sind hier für das Bootstrapping lokale kritische Mengen zu erreichen.

--ThomasKalka 21:01, 18. Apr 2008 (CEST)

Christian: Einen Fork wird es nicht geben – wenn ich dich (und wer immer sonst noch hier involviert ist) nicht überzeugen kann, dann lasse ich es eben. Zum Movable Commons-Konzept: ich habe hier ja auch noch die Möglichkeit von free commons aufgenommen, d.h. von Dingen, die man auf Wunsch an andere weitergibt, ohne sie zurückzuverlangen. Dass entspricht dem Bookcrossing und hätte denke ich auch für andere Dinge, die man nicht oder nicht unbedingt mehr braucht, Potenzial. Diese Dinge hören aber de facto auf, Eigentum zu sein – jedenfalls sind sie nicht mehr Eigentum derjenigen, die sie verschenkt hat. (Aber sie werden auch nicht wirklich Eigentum der Empfänger/in, sofern sie durch die Keep Common (KC)-Klausel zur eventuellen Weitergabe verpflichtet wird.) Hier also von "...Property" zu reden, macht wirklich keinen Sinn mehr!

Die Maintainer-Idee finde ich trotzdem eine gute, aber bei solchen freien Commons kann sie IMHO nur in etwas abgewandelter Form funktionieren: wenn ich etwas verschenke, kann ich es nicht noch irgendeiner Form "maintainen" – jedenfalls wäre das eine sehr seltsame und unpraktische Zumutung. Deshalb bin ich davon ausgegangen, dass die Maintainerschaft zwar bei semifreien Commons bei der Verleiher/in bleibt (die das Gut schließlich zurückwill und dann neu verleihen kann), dagegen bei freien Commons mit dem Besitz "wandert": wenn ich ein solches Gut erhalte, erklären ich mich gleichzeitig bereit, sein neuer Maintainer zu werden und mich um die Weitergabe zu kümmern, wenn ich es selbst nicht mehr brauche (wobei ich dazu nur durch die Keep Common (KC)-Klausel verpflichtet werde – ohne diese Klausel ist mir das selbst überlassen).

Außerdem drückt sich in Namen ja immer ein Verhältnis (positiv oder kritisch) zu Begriffen aus. So wird das GPL-Konzept als "Copyleft" bezeichnet – es basiert zwar auf dem Copyright, dreht dieses Konzept aber gleichzeitig um, und der Name drückt dies aus (andernfalls könnte man ja von "free software copyright" o.ä. sprechen, das macht aber keiner). Ebenso nennt sich Creative Commons, obwohl sie auf dem Copyright beruhen, nicht etwa "Creative Copyright" o.ä., sondern eben ...Commons – Copyright ist die formalrechtliche Basis, aber Commons ist die Idee, und die ist wichtiger. Bei uns ist es ebenso (Eigentum ist, zumindest zum Teil, die formalrechtliche Basis, aber es geht um die Ausweitung der Commons-Sphäre, der gemeinsam nutzbaren Güter), und das sollte sich im Namen widerspiegeln.

Außerdem habe ich bei einigen Gesprächen über die Idee festgestellt, dass bei deinem Namen den Leuten immer sofort die Assoziation zu Public Private Partnership kam, mit entsprechenden verwirrten und negativen Assoziationen ("da geht's doch um private Bereicherung auf Kosten der Öffentlichkeit – sowas könnt ihr doch nicht wollen??"). Das ist ja wohl gewollt, aber trotzdem keine gute Sache!

Zu common versus commons: Normalerweise redet man von commons als der Gesamtheit öffentlicher/gemeinsam nutzbarer Güter. Ich habe es aber schon gelegentlich gehört, dass aus diesem Plural ein Singular abgeleitet wird: the common für das einzelne Gemeingut/gemeinsam nutzbare Gut. Das habe ich auch für die Formulierung des Konzepts aufgegriffen. --Christian 14:18, 20. Apr 2008 (CEST)

vertragt euch ;-)

Jetzt reden die schon von Forks! Dabei gibts doch noch garnix! Ich finde es erstmal gut, dass Christian einen Alternativvorschlag gemacht hat. Wir sollten uns von beiden Vorschlägen das Beste raussuchen. An Christians Vorschlag gefällt mir die strukturierende Dreiteilung free/semi-free/bound. Das macht das Grundprinzip deutlicher. Das sollten wir übernehmen.

Gibt es einen Widerspruch in der Frage der Veröffentlichung? Das seh ich garnicht. Beide leben doch davon, oder? Christian hat diesen Part halt nur noch nicht ausformuliert.

Zum Namen: Mir gefallen beide noch nicht. Thomas vorschlag aus ähnlichen Gründen wie sie Christian schon genannt hat. Der Name ist irgendwie nett und auf positive Weise iritierend aber unpraktisch und letzteres ist glaube ich wichtiger. "Movable Commons" hingegen hat für mich einen entscheidenden Nachteil: Es passt nicht auf Immobilien. Die wollen wir ja aber durchaus mit drinnen haben (siehe Mietshäusersyndikat). Und ich sehe gerade in diesem Bereich das größte Potential. Ich finde auch, dass der Namen "property" spielerisch enthalten sollte, also so ähnlich wie bei copyleft/right. Vielleicht irgendwas mit "properly"? Wie wäre es zum Beispiel mit "Public Private Properly" oder "Properly Property"? Hm, auch noch nich ideal...

Wichtig: Ich denke wir sind immer noch in der Brainstormingphase, also sollten wir uns nicht schon jetzt auf was versteifen sondern Alternativvorschläge vor allem als Inspirationsquelle nehmen. Benni 10:18, 22. Apr 2008 (CEST)

Christian: Ich war auch recht überrascht, dass Thomas hier von Fork sprach, da ich eigentlich dachte, das Konzept v.a. erstmal zu übersetzen und dabei weiter auszuarbeiten! ;-) Was den Namen betrifft: in der Tat habe ich auch an die Möglichkeit von Häusern u.a. "Immobilien" gedacht, deshalb findet sich in der Einleitung die ominöse Bemerkung ... "or the people can move to them." Was sich "bewegt", ist nicht unbedingt das Common selbst, sondern der Besitz an dem Common – ob sich dann das Common zur Nutzer/in bewegt oder umgekehrt die Nutzer/in zum Common, ist nur eine Frage der Praktibilität. Zugegebenermaßen etwas kontra-intuitiv – aber wenn tatsächlich erstmal Häuser auf diese Weise zur Verfügung stehen, dann kann man das Paradox immer noch gut benutzen, um auf das Konzept aufmerksam zu machen :-)

Ansonsten ist mir noch eine alternative Namensidee gekommen, nämlich "Personal Commons". Das würde ähnlich wie "PublicPrivateProperty" den scheinbar paradoxen Doppelcharakter des Ganzen betonen: einerseits stehen die Dinge potenziell allen zur Verfügung ("Commons" bzw. "public"), andererseits gibt es jeweils eine bestimmte Person oder Personengruppe, die ein Ding gerade besitzt/nutzt und vielleicht auch eine (womöglich andere) Person(engruppe), der das Ding formell gehört ("personal" bzw. "private"). Aber es basiert auf einem positive ("Commons") statt einem negativen ("Property") Begriff und vermeidet die unpassenden Konnotationen von "PPP". Was denkt ihr? --Christian 13:18, 25. Apr 2008 (CEST)

Na, was haltet ihr von dem neuen Namensvorschlag? Und sonst: wie soll's jetzt weitergehen...? --Christian 18:26, 5. Mai 2008 (CEST)

Ich tendiere momentan zu "movable commons". "personal commons" macht den Materialitätsfaktor nicht deutlich und um den gehts ja. ToKa, äusser Dich doch mal, kannst Du mit "movable commons" leben? Auch die Leute mit denen ich gesprochen habe waren von PPP vor allem iritiert. Zu den nächsten Schritten: Wichtig ist glaube ich vor allem ein Kontakt zu den existierenden Initiativen, wie zB. dem Mietshäusersyndikat. Vielleicht sollte man einen Workshop dazu veranstalten und die dann alle einladen? Benni 09:19, 8. Mai 2008 (CEST)


Thomas: PC finde ich schon viel besser als MC, aber letztendlich wird es wohl egal sein, wie die Lizenz heißt, wenn eine Praxis sich etablieren kann, die in die beabsichtigte Richtung geht. Ich für meinen Teil möchte bei PPP erst einmal bleiben. Ähnlich wie CopyLeft könnte man das ganze auch als PropertyLeft bezeichenen, aber das trifft die Idee nicht wirklich: Es geht ja darum nicht das utopische "Eigentum-abschaffen" zu propagieren, sondern einen dedizierten Schritt in Richtung gesellschaftliches Nutzen von Gütern zu gehen. (Nebenbei PrivateCommons.com ist registriert, aber die Seite lässt sich nicht laden.)

Unabhängig vom Namen könnten wir zusammen an den Texten und Modulen arbeiten, meinetwegen auch mit dem deutlichen Hinweis darauf, dass das Kind noch keinen allgemein überzeugenden Namen hat. In der Motivation und Beschreibung sollte aber imho klar stehen, dass es nicht primär darum geht eine enteignende Lizenz zu erstellen, sondern Module für eine Praxis gesellschaftlicher Nutzung von Gütern zu erstellen.

Viel wichtiger finde ich aber lokale Versuche, ob und wie sich eine solche Praxis etablieren lässt.

Dazu will ich erst einmal einen Modus finden, wie ich selbst einfach Dinge per PPP ins Netz setzen kann und wie dieser Prozess für Medien etc einfach zu gestalten ist. (Ein MockUp erstellen, so tuen, als ob das ganze schon liefe ...)

Dazu denke ich über ein Tool nach, dass ähnlich wie Semapedia (http://semapedia.org) Menschen und Computer-Lesbare Tags bereitstellt, die man auf Privat-Öffentliche-Güter (PÖGs ;-) kleben kann.

Dazu scheinen QR-Codes geeignet (siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Object_hyperlinking, http://en.wikipedia.org/wiki/QR_Code, ). Dazu gibt es eine Python-Library, mit der sich leicht ein Webservice stricken liesse, mit dem man sich PÖG-Tags drucken kann.

Weiter habe ich bereits eine Library ausprobiert, mit der sich Barcodes decodieren lassen.

Veröffentlichung von Medien (Büchern, DVDs etc) wäre dann einfach so: 1) Einen Batzen PÖG-Tags drucken. 2) PÖG-Tags auf Medien kleben. 3) Mit Handy abwechselnd TAG und Medien-Barcode fotographieren. 4) Alles zusamen zum Server hochladen. Fertig.

Inhaltlich noch zu der Dreiteilung free/semifree/bound : Ich will nicht von der Beschreibung einer künftigen Nutzungsart für Güter ausgehen, sondern Module bereitstellen, die das normale Eigentum einer größeren Nutzergruppe erschließen. Scheint sich für mich momentan als Gegenüberstellung von TopDown zu BottomUp darzustellen.

Christian: Wie du meinst – wobei, wie gesagt, die Dreiteilung free/semifree/bound ja nicht das Modulsystem ersetzt, sondern nur zur Erläuterung dient. Und in deinem System scheinen mir die ganz freien Güter etwas stiefmütterlich behandelt zu werden (denn die beißen sich ja z.B. mit dem Maintainer-System, und mit dem Namen). Ich mache mir momentan auch wieder Gedanken über eine weitergehende Initiative – von der gemeinsamen Nutzung zur gemeinsamen Produktion. Dafür wäre das hier als Modulsystem zur Nutzungsregelung interessiert, aber da passt der Name "...Property" dann halt wirklich nicht mehr. Na egal. Ich denke ich werd mich dann eher mal wieder an meinen anderen Ideen weiterbasteln ("Free Design Directory" ist noch ein weiteres Stichwort, siehe ox-en), bin eh schon verzettelt genug. Wahrscheinlich ergänzt sich das ja ganz gut und trifft man sich dann irgendwo wieder...

Die Barcode-Idee gefällt mir gut. --Christian 16:41, 27. Mai 2008 (CEST)

Thomas: Hmm, ich scheine keine Notifications mehr zu bekommen, wenn sich was ändert ... mal sehen.

Das Modul-System so zu schreiben und zu benennen, dass es für Pools und Produktion und ähnliches zu nutzen ist, scheint mir eine gute Idee.

Wenn ein anderer Name (Public Use License) dafür nützlicher ist, kein Problem.

Der Name für das Meta-Vorhaben (einen Modul-Pool für Lizenzen herzustellen) könnte und sollte wohl nur exakt dieses Vorhaben benennen.

Bezüglich free/semifree/bound: Da scheine ich dich nicht verstanden zu haben.

Christian: Anderen Name für das Meta-Vorhaben fände ich natürlich sehr viel besser, aus den genannten Gründen. "Lizenz" klingt für mich allerdings mehr nach immateriellen Dingen und daher nicht so passend. Hm, vielleicht könnte man das Modulsystem ein "Protokoll" nennen, z.B. General Sharing Protocol ? (Ich denke als Basis für gemeinsame Produktion auch über ein "Free Production Protocol" oder "Peer Production Protocol" o.ä. nach, da würde das ganz gut passen.) Christian 12:26, 9. Jun 2008 (CEST)

Modulnamen

@Thomas: warum hast du denn Locally Transferable (LT) in Locally Bound (LB) umbekannt? Ohne Transferable macht die lokale Einschränkung ja gar keinen Sinn, deshalb dachte ich dass man "Transferable"+Locally Only gleich in eine Klausel packt, eben Locally Transferable. So steht's ja auch in der Beschreibung der Klausel. LB klingt erstmal so, als ob man dann zusätzlich noch die Transferable-Klausel anwenden muss, was aber auch die Möglichkeit gibt, sie weggelassen – und das macht keinen Sinn. Oder? --Christian 12:49, 9. Jun 2008 (CEST)

Hm, vielleicht sollte man die Keep Offspring Common (OC)-Klausel doch in Transitive umbenennen, wie zunächst angedacht (ohne aber die inhaltliche Beschreibung zu ändern)? Der aktuelle Name ist etwas schwerfällig... Meinungen? --Christian 12:49, 9. Jun 2008 (CEST)

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