Diskussion:Keimform für Einsteiger
Aus Laboratorium
Wust an religiösen, technizistischen, [...] Heilsversprechen
@Benni: Was konkret siehst du als Problem an religiösen bzw. technizistischen Heilsversprechen? -- Sloyment 01:06, 13. Okt 2008 (CEST)
Beide lenken vom eigentlichen Problem ab, nämlich dass es darum geht die Produktion des Lebens zwischen den Menschen neu zu regeln. Die Religösen schieben ihren Gott vor und die Technizisten ihre Maschinen. Beides sind im Grunde Methoden sich nicht mit den Menschen befassen zu müssen. Benni 08:54, 13. Okt 2008 (CEST)
Aber die Formulierung ist vielleicht wirklich so nicht glücklich, weil sie nahelegt das wäre auf der selben Ebene angesiedelt wie Rassismus etc. und das stimmt natürlich auch wieder nicht. Benni 22:28, 8. Jan. 2009 (UTC)
Der Grund, warum ich diese beiden Punkte anspreche, ist der, daß sie mich möglicherweise selbst betreffen: als Ex-Atheist betrifft mich ersterer Punkt auf alle Fälle, und daß ich Technizist sei, hat mir in der Oekonux-Diskussion zumindest mal irgendjemand vorgeworfen. Kannst du das mit dem „Vorschieben“ nochmal näher erläutern? -- Sloyment 16:43, 2. Mär. 2009 (UTC)
- Könnte ich vielleicht wenn Du Deine Frage präzisierst. Was genau verstehst Du an obigem nicht? Beides sind halt transzendente Denkweisen. Irgendetwas im Kern ausserirdisches soll es richten. Ich halte das für eine Abwehrstrategie sich nicht mit den Problemen befassen zu müssen. Im einen Fall ist es Gottes Wille im anderen sind halt die Fabber noch nicht so weit. Benni 17:02, 2. Mär. 2009 (UTC)
- Ich kann nicht so ganz nachvollziehen, daß es bei den beiden Punkten nicht darum gehen soll, das Zusammenleben neu zu regeln. Die christliche Sicht ist ja, daß die Menschen selbst schuld sind an ihrer Misere, und die Lösung ist, kurz gesagt, den „alten Menschen“ abzulegen und den „neuen Menschen“ anzuziehen, d.h. sich selbst im Hinblick auf die Einstellung zu und das Verhalten gegenüber anderen Menschen grundlegend zu änden. Der andere (der oekonuxig-technizistische?) Ansatz, das Zusammenleben neu zu regeln, ist der, daß bestimmte technische oder politische Entwicklungen zusätzliche Freiheit schaffen, indem bestimmte Verhaltensweisen entschärft werden. Wiki-Vandalismus ist z.B. oft sehr harmlos; herkömmliche Verlage wären mit sowas hingegen aufgrund der anderen Arbeitsweise überfordert. D.h. im Idealfall braucht sich danach der Mensch nicht ändern, es reicht, wenn sich das System ringsherum ändert. Diese beiden Ansätze sehen zwar auf den ersten Blick widersprüchlich aus, aber eigentlich ergänzen sie sich ja. Mir ist nicht ganz klar, was du genau daran kritisierst, und wie ein konstruktiver Gegenentwurf aussehen könnte. -- Sloyment 19:52, 2. Mär. 2009 (UTC)
- Daran, dass die Menschen schuld sind an der Misere und sie sich ändern müssen ist noch nichts spezifisch christliches oder auch nur religiöses. Das kann man in seiner Einseitigkeit natürlich kritisieren aber es ist nicht ein so krasses Problem, das man sich extra davon abgrenzen müsste. Technizismus wiederum bedeutet gerade eben politische oder auch nur menschliche Dinge als zweitrangig zu bezeichnen, weil die Technik es schon regeln wird. Die Frage ist doch, wieso man sowas da reinschreiben sollte. Ich will einfach bei unserer Diskussion weder mit Leuten diskutieren müssen, die am Ende immer bei Gott landen noch mit solchen für die nur technische Entwicklungen entscheidend sind. Beides sind Heilsversprechen, die ich unplausibel und letztlich auch gefährlich finde ähnlich wie auch die anderen in der Reihe. Benni 21:24, 2. Mär. 2009 (UTC)
- Okay, beim Technizismus wird mir jetzt klar, wo das Problem ist. Technische Entwicklungen können zwar im Einzelfall Lösungen für gesellschaftliche Probleme bieten, aber es wäre falsch zu glauben, dies sei automatisch so. Die Grenzziehung ist mir nicht ganz klar, aber das ist ein anderes Thema... – Nochmal zur Religion: Du schreibst: „Daran, dass die Menschen schuld sind an der Misere und sie sich ändern müssen ist noch nichts spezifisch christliches oder auch nur religiöses.“ – Diese Sicht wundert mich, denn das ist schließlich einer der Kerngedanken. Was ist denn aus deiner Sicht „spezifisch christlich“? -- Sloyment 22:53, 2. Mär. 2009 (UTC)
- Fürs "spezifisch christliche" bin ich kein Experte und darum geht es ja auch nicht. Ich hab genauso was gegen moslemische wie christliche Heilsversprecher. Es geht um das religiöse an sich. Und das spezifisch religiöse ist eben der Glaube an eine transzendente, ausserirdische Macht, die es schon richten wird. Die Bemühungen des Einzelnen sind ja dafür nur ein Vehikel, weil es ja der Glauben des Einzelnen ist, der stark sein muss. Es gibt dabei sicherlich in allen Religionen auch eher irdische Vertreter, aber letzten Endes ist es keine Religion mehr ohne diesen letztbegründenden Bezug auf ausserirdisches. Selbst im Buddhismus ist das ja so auch ohne Gott. Da ists dann halt das Nirvana. Benni 08:17, 3. Mär. 2009 (UTC)
- Mir scheint, wir reden aneinander vorbei: http://de.wikipedia.org/wiki/Religionsdefinition -- Sloyment 17:09, 3. Mär. 2009 (UTC)
- Nur mit dem Link alleine kann ich jetzt aber auch nicht viel anfangen. Was willst Du mir damit sagen? Dass ich eine substantialistische Religionsdefinition benutze Du aber nicht? Benni 18:40, 3. Mär. 2009 (UTC)
- Genau. Ich bin vom funktionalistischen Religionsbegriff ausgegangen. Mit deiner Definition komme ich übrigens nicht klar, weil sie auf „Transzendenz“ aufbaut, und ich mit diesem Konzept nicht klarkomme. Im Wikipedia-Artikel steht dazu nur unverständliches Wirrzeug. -- Sloyment 10:19, 4. Mär. 2009 (UTC)

