Diskussion:Arbeit
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Widerstand
Thomas Kalka: Benni, du schreibst: Psychologisch gesehen ist Arbeit vor allem ein Etwas-für-jemanden-anderen-Tun. Das sehe ich nicht so. Wenn ich lerne, beschreibe ich dies als erarbeiten. Auch Kinder beschreibe ich in Auseinandersetzung mit der Welt (zum Beispiel beim Laufen lernen) als arbeitende. Für mich ist ein wesentliches Bestimmendes des Begriffs Arbeit der Widerstand, gegen den angearbeitet wird. Der Widerstand kann Zwang (Tätigkeit ist nicht selbstmotiviert) aber auch eine zu überwindende Hürde, die Schwerkraft oder was auch immer sein. Diese Auffassung passt auch zum naturwissenschaftlichen Begriff von Arbeit: das Aufwenden einer Kraft um Bewegung in einem System mit Trägheits- und Widerstandskräften zu erreichen. Die Natur des Widerstand ist wohl zumeist vielschichtig und unbewußt, was wohl die Wirbelligkeit des Begriffs bedingt.
- guter Einwand! Das mit dem Widerstand gefällt mir gut. Wie würdest Du dann den Gegensatz zu "Arbeit" auf dieser psychologischen Widerstands-Achse beschreiben? In Freudschem Vokabular wäre es irgendwas orales. Vielleicht "Schlaraffenland"? Selbstentfaltung kann es ja dann nicht mehr sein. Das ist mir glaube ich auch ganz recht. In meiner Gesamtkonstruktion die mir im Kopf rumschwirt mit den drei Wirbeln Arbeit, Spiel und Liebe und ihren Nachbarschaften hat Selbstentfaltung vielleicht einen zentraleren Platz verdient... nur wo? Na, wir werdens schon noch rausfinden. Benni 10:12, 24. Aug 2006 (CEST)
Ich kann nicht freudsch sprechen. Vielleicht könnten wir es "Genuss" nennen ?
- Hm, das ist mir glaub ich zu konsum-orientiert. Es geht ja unter Umständen auch durchaus um produktive Tätigkeiten, halt solche für die man keinen Widerstand überwinden muss. Mir gefällt Flow ganz gut eigentlich. Ich les mir mal den wikipedia-Artikel dazu durch. Das gäbe vielleicht auch einen interessanten Anschluß an den Spiel-Wirbel. Und Selbstentfaltung widerum kann, muß aber nicht mit Flow zusammenhängen. Benni 10:34, 25. Aug 2006 (CEST)
Wirbel an Bildern
Das Bild - oder besser der Wirbel an Bildern - will mir nicht so recht einleuchten. Ein Wirbel, der durch zwei Achsen aufgespannt wird, geht man einen Weg auf diesen Achsen, dann wird man durch "einen der anderen Gegensätze eingeholt". Also, wer den Weg der Faulheit geht, wird durch was eingeholt? Und woher kommen eigentlich diese Kräfte, die da wirbeln und einholen?
- mal gucken, weiss ich auch noch nicht. wenn ich was fertiges anzubieten hätte, wär ich nicht hier. pantha rei ;-) Benni 13:31, 23. Okt 2004 (CEST)
- oder auch: alles wirbelt ;-) Ich werd bei Gelegenheit versuchen, hier einen Text zur Arbeit zu schreiben, der mit deinem kommuniziert.--Snauth 15:40, 27. Okt 2004 (CEST)
- Na, da bin ich ja schon sehr gespannt. Benni 17:50, 1. Nov 2004 (CET)
Der Mann, der dir attestiert, dass du arbeitest, wenn du körperlich schuftest, hat so unrecht nicht: In der immateriellen Arbeit liegt die Verwechslung zur Selbstverwirklichung nahe, in der Mühsal der physischen Plackerei aber liegt die alte Bedeutung von Anstrengung und Mühsal, die es zu vermeiden gilt - woimmer möglich (im Mittelhochdeutschen arebeit, aber auch in der lateinischen Labora) - offen zu Tage. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts mit einsetzender und später galoppierender maschineller Rationalisierung wurde die Muskelkraft zunehmend obsolet. Insofern fühlte er sich vielleicht nur nostalgisch an die Arbeit seiner Zeit, die für ihn "wahre" Arbeit (die heute im Übrigen nur noch selten selten von "Volksdeutschen" verrichtet wird) erinnert. --Snauth 22:07, 31. Okt 2004 (CEST)
- Ja, klar. Aber darauf wollte ich eigentlich nicht hinaus. Siehe meine eben neu hinzugefügte Interpretation. Benni 17:50, 1. Nov 2004 (CET)
Dinge und Menschen
dass Arbeit immer eine Beziehung zwischen Menschen und Dingen sein muß, sei es als Mühsal oder als Stoffwechselprozeß mit der Natur.
Was machen Mütter, mit den Dingen, die sie gebären?
- Dinge sind das wohl kaum, oder? und eine Geburt wohl ebensowenig Arbeit wie Atmen oder Kacken. Nur anstrengender. Worauf willst Du hinaus? 84.177.68.107 08:32, 2. Jun 2005 (CEST)
- Natürlich ist eine Geburt Arbeit – siehe Labour (childbirth). Du Ding, du! Du Dingsbums! ;o) -- Sloyment 14:17, 19. Dez 2005 (CET)
- Interessante Bedeutung von Labour. Kannte ich noch nicht. Das wäre eh ein interessantes Thema, auch im Hinblick auf Bedeutungswirbel und wie die sich in unterschiedlichen Sprachen unterschiedlich entfalten. Benni 22:04, 19. Dez 2005 (CET)
- Natürlich ist eine Geburt Arbeit – siehe Labour (childbirth). Du Ding, du! Du Dingsbums! ;o) -- Sloyment 14:17, 19. Dez 2005 (CET)
- auch zwischen Menschen und Menschen
Was zeichnet denn Arbeit aus. Ich denke daran welches Verhältnis ich zu dieser einnehmen kann und dabei an den Aspekt der formalen graduellen Selbstbestimmtheit des Ablaufes, der Durchführung; an das Resulat. Arbeit und Verhältnis, zum Werk, das ist nicht von Anbeginn da, das entwickelt sich, und ist nie fertig, das nicht loslassen können, des Tischlers vom Tisch des Politikers von der Macht, der Mutter, in den letzten Seiten von Heiner Müller´s Bearbeitung der Fatzer Fragmente von Brecht.
ps. wenn es keine Dinge sind sollte der Satz dass Arbeit immer eine Beziehung zwischen Menschen und Dingen sein muß anders formuliert werden.--Bernd 01:56, 3. Jun 2005 (CEST)
- tut mir leid, ich steh immer noch auf dem schlauch. Deine Beispiele sind doch Beziehungen zu Dingen. Heiner Müller kenn ich nicht, deswegen sagt mir das nix. Vielleicht formulierst Du den Absatz einfach so um, wie Du ihn für richtiger hältst und dann sehen wir weiter... 84.177.54.70 15:34, 3. Jun 2005 (CEST)
Ich glaube ich stottere. Da mußt du mir noch mal helfen. Eine Frau gebiert einen Menschen und zieht ihn auf. Das wäre Arbeit zwischen Mensch und Mensch? Warum ist die Unterscheidung zwischen Mensch und Ding sinnvoll? --213.6.49.64 10:01, 4. Jun 2005 (CEST)
Ich meine das nicht idealistisch. Was kann denn realistisch der Verdinglichung entgehen? Der Begriff Geburt war falsch und nicht auf die unmittelbare Geburt beschränkt, sondern auf das Kinder kriegen im Zeitalter der Pille und der künstlichen Beatmung. --213.6.33.146 18:02, 4. Jun 2005 (CEST)
Ok, ihr seid wohl zwei und nicht nur der Bernd? Ich vergess allerdings auch oft mich einzuloggen. Zum Thema: du meinst also Arbeit (in den herkömmlichen Definitionen) sei eine Beziehung zwischen Dingen? Dann kann sie aber eigentlich nicht mehr verdinglichend sein (wie in dem Absatz behauptet), wenn eh schon alles Dinge sind. Inwiefern kann "Mühsal" eine Beziehung zwischen Dingen sein? Oder auch "Stoffwechselprozeß mit der Natur"? Oder meinst Du sowas in Richtung Ablehnung des Subjekts? Was das Ganze mit dem Kinderkriegen zu tun hat, kapier ich immer noch nicht. Kinder als Dinge? Sie werden zu Dingen gemacht, weil Kinderkriegen Arbeit wird? Benni 00:44, 5. Jun 2005 (CEST)
Arbeit von einem "Mechanistischen Weltbild" aus betrachtet; Bereich Architektur, und hier das Verschwinden des Ornaments - durch die Trennung von tradiertem Kunstzweck und Funktion - der alleinigen Beschränkung auf diese. Das rationale, funktionale, utilitaristische in der "Neuen Sachlichkeit" und das Zurückdrängen des ornamentalen Gestaltungsanspruches ...(psychologisch - Selbstentfaltung?; ästhetisch - Muse?) Die Schönheit des Zweckmäßigen und die Weigerung Überflüssiges schön zu finden. Statt der Formen die maximale Funktionalität. Ich beschränke mich dabei nicht auf das historisierende Ornament und seine leere Abstracktheit. Ornament bedeutet Mehrarbeit, vergeudete Arbeitskraft.
Wenn dem Begriffswirbel Arbeit ein oder mehreres gegenüber steht, in das er sich ausweitet; Was ist das? und verschiebt dieser sich vielleicht auch in der Art, dass das was vormals Arbeit bedeutete nicht mehr von diesem ausfüllt wird? Dieses aus Gründen (z.B. der Rationalität etc.) nicht mehr als Arbeit ausgeführt zu dieser zählt, und durch seine eigene Kennzeichnung abhanden kommt. Was befindet sich in der Hüllform außerhalb des Wirbels, begriffs-wirb-lich gesehen? Wohin dehnen und verschieben sich die Achsen?
Ornament - Mittelaltertreffen, Zeytreyse, Rollenspiele, historische Schlachten, Larp, con ... etc. als Massenornament
Zitat
zum einarbeiten
von Franz Nahrada in http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?FranzNahrada/Tagebuch :
Die betriebswirtschaftliche Logik, das wird auch zunehmend ihren Akteuren klar, wirkt wie eine nach innen gerichtete Spirale, die sich immer schneller dreht und immer weniger das Leben und die Zukunft der Menschen trägt. Ganz im Gegenteil, diese Menschen fallen aus dem wirtschaftlichen Zusammenhang heraus wie von einem sich verrückt beschleunigenden Karusell.
Bedeutungswirbel
In der Wikipedia ist der Artikel „Arbeit“ eine Begriffsklärungs-Seite, die auf einzelne, weniger verwirbelte Begriffe zeigt. Ein Artikel zum Ausdruck „Arbeit“ wäre der Wiktionary-Artikel „Arbeit“, der leider noch nicht existiert. ... Hmmm, ich glaube, ich komme mit der Herangehensweise hier (im Laboratorium-Artikel „Arbeit“) nicht klar. -- Sloyment 17:48, 19. Dez 2005 (CET)
- Ja, das ist sicher noch unklar. Es ist ja nicht so, dass diese "herkömmlichen" Begriffe mit dem Bedeutungswirbel nichts zu tun haben. Das muss man noch deutlicher rausarbeiten. Aber generell wird diese Herangehensweise immer etwas sperrig sein, fürchte ich. Benni 19:24, 20. Dez 2005 (CET)
TODO
- Die unzulänglichkeiten verschiedener Arbeitsbegriffe konkret an deren Beispiel aufzeigen. (Sigor, ...)
- "Wenn dem Begriffswirbel Arbeit ein oder mehreres gegenüber steht, in das er sich ausweitet; Was ist das? und verschiebt dieser sich vielleicht auch in der Art, dass das was vormals Arbeit bedeutete nicht mehr von diesem ausfüllt wird? Dieses aus Gründen (z.B. der Rationalität etc.) nicht mehr als Arbeit ausgeführt zu dieser zählt, und durch seine eigene Kennzeichnung abhanden kommt. Was befindet sich in der Hüllform außerhalb des Wirbels, begriffs-wirb-lich gesehen? Wohin dehnen und verschieben sich die Achsen?"
- Annettes Kritik zu w:Vergegenständlichung != w:Verdinglichung
Ethischer Ansatz
Zitat:
- Ethisch betrachtet ist Arbeit vor allem ein Tätig-Sein und somit der Gegensatz zu Faulheit.
Dieser Satz legt nahe, ein wie auch immer geartetes Tätigsein sei moralisch richtig. Diese Aussage finde ich sehr bedenklich. Das mag zwar die gängige Sichtweise in der heutigen Gesellschaft sein, es dürfte aber schwer sein, diese Sichtweise aus irgendwelchen ethischen Axiomen zu konstruieren. Mir scheint, daß es sich hier eher um eine Form von Fetischismus handelt.
Von einem radikal egalitären Standpunkt aus kann man zu folgenden zwei Feststellungen über Arbeit kommen:
- Es gibt Tätigkeiten, die für das Überleben der Menschen notwendig sind, d.h. Nahrungsbeschaffung, Erstellen von Behausung und Bekleidung usw. oder, falls diese Tätigkeiten von Maschinen übernommen werden, eben die Wartung der Maschinen. Diese Tätigkeiten sollten entsprechend der jeweiligen Fähigkeiten verteilt sein, denn es wäre anti-egalitär sich nicht daran zu beteiligen, wenn man die Möglicheit hat.
- Eine egalitäre Gesellschaftsordnung existiert derzeit nicht. Somit gibt es Tätigkeiten, die erforderlich sind, um die Welt für alle besser und gerechter zu machen.
Anhand dieser zwei Kriterien kann man nun eine Unterscheidung von nützlichen und unnützen Tätigkeiten vornehmen; letzteres wären Tätigkeiten, die weder Essen auf den Tisch bringen noch eine Verbesserung für die Menschheit bewirken. Nennt man nun die nützlichen Tätigkeiten „Arbeit“, so hat man einen axiomatisch hergeleiteten ethischen Arbeitsbegriff.
Hier noch ein Lied, das ich im Dezember 2006 geschrieben habe: angucken, anhören -- Sloyment 00:40, 18. Feb 2008 (CET)
- Puh mit so einem "sozialistischen Utilitarismus" hätte ich so einige Probleme, aber das führt hier vielleicht zu weit. Mit "ethischer Arbeitsbegriff" wollte ich ja nicht sagen, dass ich diesen Begriff teile, ich wollte ihn nur beschreiben als Teil des Wirbels. Dein Lied ist lustig übrigens. Wann kommt das erste Sloyment-Album? 91.36.55.17 12:56, 18. Feb 2008 (CET)

