Benutzer Diskussion:StefanMz/Konspekt Erdmann 1864

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"Das hat dem Hegelsystem den Vorwurf des Totalitären eingebracht, während der eigene Anspruch ist, die Totalität des Seienden abzubilden. Das ist ein Unterschied!"

Hm, und woher kommt die Vorstellung, das Sein hätte was Total(itär)es? Klingt für mich erstmal abwegig. Dazu passt aber auch

"Wahrheit: Erfüllen der "allendlichen Bestimmung", Lösen aller Widersprüche, Aufsteigen vom Abstrakten zum Konkreten"

gerade dieses Verständnis von Wahrheit als "Lösen aller Widersprüche" macht diese Dialektik für mich unbrauchbar. Eine Dialektik, die mir was bringt, wäre eine, die die Produktivität von Widersprüchen ins Zentrum stellt, das hätte dann natürlich auch (hoffentlich!) kein Ende. Das Lösen aller Widersprüche gibts nur im Tod. Eine Dialektik der produktiven Widersprüche wäre vielleicht eine, die mit dem NAND-Prinzip vereinbar wäre. Disclaimer: Ich hab ja nun weder Hegel noch Erdmann gelesen, ich assoziiere nur frei zu Deinem Text (ich hoffe das ist erlaubt). Benni 15:10, 15. Nov 2007 (CET)
Klar, Kommentare sind willkommen, danke. Du solltest nur bedenken, dass es sich um eine Wiedergabe des Erdmann-Textes handelt vermischt mit meinen Eindrücken und Überlegungen. Die Begriffe am Anfang sind Extrakte von Erdmann. Ich will es erstmal verstehen und diskutiere das ein wenig autistisch mit mir selbst;-)
Das "Lösen aller Widersprüche" finde ich als Anspruch nicht verkehrt: Die Produktivität zeigt sich nur in dem Maße, wie die Widersprüche angehst. Um ihr Ende mache ich mir erstmal keine Sorgen. Problematischer finde ich da schon eher die "allendliche Bestimmtheit".
Das "Lösen" meint übrigens nicht, dass die Widersprüche dann weg wären, sondern sie sind aufgehoben in einer höheren Form, in der erst sie sich bewegen können (also produktiv werden), weil sie sich nicht mehr bloß gegenüberstehen. Vielleicht ist "Lösen" eine Formulierung auch von mir und nicht von Erdmann...
Erdmann geht's hier in der Logik erstmal nur um's Denken. Er will also die Widersprüche im Denken auflösen, was aber wie geschrieben bedeutet, sie in ihrer Bewegung zu verstehen. Außerdem ist mir aufgefallen, dass die Sprache von Erdmann ziemlich "alt" ist, so dass Missverständnisse möglich sind (etwa bei der "Bestimmtheit").
Mit dem NAND-Prinzip (wie mit allen formal-logischen Verfahren) bekommst du IMHO die von dir gewünschte Produktivität übrigens gerade nicht hin. Aber das schreibe ich dir vielleicht besser mal als Kommentar dort hin bei Gelegenheit... --StefanMz 17:23, 15. Nov 2007 (CET)
"Die Produktivität zeigt sich nur in dem Maße, wie die Widersprüche angehst." Da ist wohl irgendein sinnverzerrender Tippfehler drin und ich krieg nicht raus, wie es heissen soll. s/die/Du/ ?
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