Benutzer:StefanMz/Konspekt Erdmann 1864

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Johann Eduard Erdmann, Grundriss der Logik und Metaphysik, 4. Aufl. 1864, Halle, H.W.Schmidt

Darstellung der Hegelschen Logik in 233 Paragraphen, teilw. in eigenen (von Hegel abweichenden) Begriffen.

Inhaltsverzeichnis

Begriffe

  • Logik: Wissenschaft von den Kategorien (§6)
  • Metaphysik: Lehre vom Sein, Lehre vom Wesen der Dinge (auch: Ontologie), Wissenschaft vom über das Sinnliche Hinausgehenden
  • Notwendigkeit, drei Aspekte:
    • Einheit der Dualität, untrennbare Verbindung, Identität (§12, verständige Betrachtung)
    • Widerspruch in der Dualität, unterschiedene Bestimmungen als Bewegung (§13, reflexive Betrachtung)
    • Verbindung von Einheit und Widerspruch als Konkretes (§14, intellektuelle Anschauung)
  • Vollständige Fassung oder Begreifen des Notwendigen: "...indem der Gegenstand zuerst genommen wird wie er ist, dann wie er sich widerspricht, endlich wie er die concrete Identität der Entgegengesetzten ist." (§15, spekulative Betrachtung)
  • Abstraktes: enthält nur eine Bestimmung (§14, Fn.1), ist die "ärmere Stufe" (§19)
  • Konkretes: enthält mehrere Bestimmungen (§14, Fn.1), ist die "reichere Stufe" (§19)
  • Bestimmung: kategoriales Merkmal; oder als "allendliche Bestimmung des Gegenstands": Erfüllung der Notwendigkeit
  • Stufe: keine zeitliche, sondern logische Stufe
  • Entwicklung: logischer Begriff, erkennendes Durchschreiten der Schritte des Notwendigen: "Entwicklung ist, ... dass Etwas begriffen und also (§15) als nothwendig erkannt wird" (§16)
  • Dialektik: Denkendes Reproduzieren der durch die inneren Widersprüche eines Gegenstands bewirkten Bewegung (§18)
  • Wahrheit: Erfüllen der "allendlichen Bestimmung", Lösen aller Widersprüche, Aufsteigen vom Abstrakten zum Konkreten
  • Moment: Seite eines Widerspruchs
  • Setzen: mittels des Denkens fokussieren

Gegenstand und denkende Entfaltung des Gegenstands

Die Darstellung orientiert an der Art und Weise der Entfaltung der Begriffe. Die Begriffe werden stets in einem Dreischritt entfaltet, "indem der Gegenstand

  1. zuerst genommen wird wie er ist,
  2. dann wie er sich widerspricht,
  3. endlich wie er die konkrete Identität der Entgegengesetzen ist."

Dafür wird manchmal auch gesetzt:

  1. abstrakte Identität
  2. Widerspruch
  3. konkrete Identität

Eine andere, von Annette Schlemm bevorzugte Einteilung ist

  1. Seinslogik
  2. Wesenslogik
  3. Begriffslogik

Die Art und Weise der Entfaltung entspricht gleichzeitig dem Inhalt des Entfalteten. Auf der obersten inhaltlichen Ebene der Logik sind das:

  1. Kategorien der Unmittelbarkeit: Sein (§28-87)
  2. Kategorien der Vermittlung: Wesen (§88-139)
  3. Kategorien der Freiheit: Begriff (§140-233)

Eine andere Form der Gliederung des Gegenstands sieht so aus:

  1. Einzelnes
  2. Abstrakt-Allgemeines
  3. Konkret-Allgemeines oder Besonderes

Bei der Zurkenntnisnahme gilt es, eine Reihe von Hürden des Verstehens zu überwinden. Aus meinem eigenen Erfahrungsfundus kann ich die folgenden Punkte nennen.

Eine Hürde der Kenntnisnahme ist der nahegelegte, weil dem Alltagsdenken entsprechende Versuch, Gegenstand und gedankliche Entfaltung (Entwicklung) des Gegenstand seriell und disjunkt zu denken. Seins-, Wesens- und Begriffslogik sind nicht etwa getrennte "Stufen" der Erkenntnis, sondern jede Erkenntnis muss im Prozess der gedanklichen Reproduktion durch jeweils alle drei Stufen hindurch. Seinslogisch zu denken ist also nicht "falsch", sondern notwendig. Ebenso notwendig ist jedoch auch, nicht bei der Seinslogik stehen zu bleiben, sondern wesens- und begriffslogisch tiefer in den Gegenstand einzudringen, um schließlich den Begriff vom Gegenstand zu gewinnen.

Ein weiteres Problem beim Verstehen der logischen Entfaltung der Kategorien ist dieses: Jeder Begriff wird mit allen drei Herangehensweisen beackert. Jeder Gegenstand wird seins-, wesens- und begriffslogisch entfaltet. Das gilt also auch für die einfacheren Begriffe: Auch die Kategorien der Unmittelbarkeit, also des Seins, werden seins-, wesens- und begriffslogisch entfaltet. Wegen der Einfachheit der Anfangskategorien liegt das nicht immer auf der Hand.

Nächste Schwierigkeit in der Logik entsteht durch eine ungewohnte Verwendung des Begriffs der "Entwicklung" (s.o.). Entwicklung ist in der hegelschen Logik nicht als Geschichte des Gegenstands o.dgl., sondern strikt als gedankliche Entfaltung des Gegenstands gemeint. Ich nenne das deswegen auch lieber so. Von der Zeitdimension wird also abgesehen. Inwieweit allerdings Entwicklung im Sinne historischen Entstehens und Vergehens mit der an sich unhistorischen Logik gewonnen werden kann, ist mir unklar.

Weiters habe ich beobachtet (diesmal also nicht mein Problem), dass viele "Logik" intuitiv mit dem mathematischen Begriff der "formalen Logik" gleichsetzen. Das ist wiederum auch nicht völlig falsch, aber das ist sozusagen das bei der Wesenslogik stehengebliebene Denken. Ein bekanntes Beispiel ist die Systemtheorie. So meint sie etwa mit dem Begriffspaar "Ganzes-Teile" schon wesentliche Zusammenhänge eines Systems erfasst zu haben. Das stimmt auch, aber aus Sicht der Hegelei hat sie keinen Begriff von diesem System gewonnen, weil sie das Verhältnis von Totalität und Momenten nicht begriffen hat.

Gegenstand und logische Entfaltung des Gegenstands begründen sich wechselseitig. Das wirft das Problem des Anfangs auf. Erdmann setzt die Methode der Entfaltung ("gliedern") und den Einstieg (mit "Unmittelbarkeit") a priori: "Aller Anfang ist heuristisch" (§26). Dieser Einstieg und die Methode der Entfaltung wird im Durchgang sozusagen a posteriori begründet.

Die kreisförmige Darstellung und wechselseitige Durchdringung von Gegenstand und seiner gedanklicher Entfaltung ist für die Hegelsche Philosophie charakteristisch. Das macht es so schwer sowohl für wie auch gegen das Hegelsystem zu argumentieren, weil stets alles alles begründet. Das hat dem Hegelsystem den Vorwurf des Totalitären eingebracht, während der eigene Anspruch ist, die Totalität des Seienden abzubilden. Das ist ein Unterschied!

So weit ich das wahrgenommen habe, sind viele Verflachungen schlicht an solchen Verstehenshürden gescheitert, d.h. sie haben in der einen oder anderen Weise den Reichtum des Hegelsystem verarmt und dann diese Armut angeklagt. Das geht jedoch nicht: Entweder ich nehme das Hegelsystem als Ganzes zur Kenntnis, setze mich mit dem Reichtum auseinander und komme von dort aus zu einer Kritik oder ich laufe Gefahr, erneut nur Vorurteile zu reproduzieren. Diese Autoimmunfunktion ist jedoch insgesamt ein Problem.

Nun zu den Inhalten. Zur Orientierung, wo man sich gerade in der Logik (und nicht nur da) befindet, eignet sich http://www.hegel-system.de – der Einstieg in die Logik ist hier.

"... wie er ist" (Seinslogik)

Das ist die Struktur des ersten Teils "Kategorien der Unmittelbarkeit":

  1. Qualität (ab §29)
    1. Endlosigkeit / Unbestimmtheit (ab §29)
      • Seyn (§29)
      • Nicht/s (§30/31)
      • Werden (§32-34)
    2. Endlichkeit / Bestimmtheit (ab §35)
      • Etwas (ab §35)
        • Daseyn (§35)
        • Realität (§36)
        • Etwas (§37)
      • Etwas und Anderes (ab §38)
        • Für Anderes seyn (§39)
        • An sich Seyn (§40)
        • Etwas Seyn (§41)
      • Bestimmtseyn (ab §42)
        • Bestimmung / Sollen (§43)
        • Bestimmtheit / Müssen (§44)
        • Veränderlichkeit / bestimmtes Werden (§45)
    3. Unendlichkeit (ab §46)
      • affirmative Rückkehr / absolute Negativität (§47) / Für sich Seyn (§50)
      • Endlosigkeit / schlechte Unendlichkeit (§48) / Gegeneinander Seyn (§51)
      • Überendlichkeit / Überveränderlichkeit (§49) / Beziehung / Für einander werden (§52)
  2. Quantität (ab §56)
    1. Grösse (ab §57)
      • Gross-Seyn (§57)
      • Discretion (§58)
      • Kontinuität (§59)
    2. Quantum (ab §63)
      • Zahl (§64)
        • Einheit (§64)
        • Anzahl (§64)
        • Anzahl von Einheiten (§64) / Rechnen (§65)
          • Zusammen/Auseinanderzählen (Addition/Subtraktion) (§65)
          • Produziren (Multiplikation) / Dividiren (Division) (§66)
          • Potenziren / Radiziren (Wurzelziehen) (§66)
      • Zahl von Etwas / extensives Quantum (§67)
      • Grad / intensives Quantum (§68)
    3. Quantitatives Verhältnis / quantitative Unendlichkeit (ab §70)
      • directes Verhältnis (§72)
      • umgekehrtes Verhältnis (§73)
      • variables Verhältnis / sich entwickelnder Exponent (§74)
  3. Modus (ab §75)
    1. Quantitativer Modus (ab §76)
      • Maass (ab §78)
        • Maassstab / Regel (§79)
        • qualifizierendes Quantum / Grad von Etwas (§80/81)
        • überschrittenes Maass (§82)
    2. Qualitativer Modus / Weise / Art (§83)
    3. Eigentlicher Modus / Eigentliches Seyn / Innere Natur (§84/85)

Die Struktur weicht von der Hegelschen ab, was es nicht ganz einfach macht, sich zurecht zu finden. Wichtig ist die Startsequenz, aus der Erdmann seine Herangehensweise gewinnt. Und die geht so:

  • sich rein denkend zu verhalten bedeutet, von allen Unterschieden zu abstrahieren
  • das Denken der reinen Unmittelbarkeit ist das Sein
  • weil das Sein aber keine Unterschiede kennt, ist es gleichzeitig Nichts
  • reines Sein und seine Negation des reinen Nichts sind mithin identisch
  • im Denken geht das eine ins andere über: "wenn wir das Nichts denken, so denken wir eigentlich das Seyn" (§31) und umgekehrt
  • wird das Übergehen des gleichzeitig Identischen und Gegensätzlichen selbst gedacht, so ist dies das Werden
  • "Das Werden als die konkrete Einheit von Seyn und Nichtseyn enthält beide in sich" (§33)

Dieses "Schema" wird auf die weiteren Schritte der denkenden Entfaltung "angewandt" (siehe Gliederung). Das "Ende" eines Dreischritts wird als Ausgangspunkt einer weiteren Vertiefung genommen. Die gewonnenen Begriffe werden immer reichhaltiger. Dabei ist mir oftmals nicht nachvollziehbar, warum nun gerade der nächst aufgeführte Begriff folgen muss. Auffällig ist auch, dass Erdmann teilweise deutlich vom Hegelschema abweicht.

Eine Schwierigkeit ist das Denken von Gleichzeitigem, das sich ausschliesst. In der formalen Logik geht das nicht: Entweder ist das Eine oder das Andere, und das Eine ist nimmer das Andere und umgekehrt. Das so zu Denken, ist nicht falsch, es entspricht dem zweiten Schritt, dem Denken des Gegensatzes. Dass der Gegensatz gleichzeitig Identisches ist, kann mit der formalen Logik nicht gefasst werden. Das Begreifen ist schließlich ist das Denken der Identität von Identität und Unterschied.

Die drei Schritte "wie es ist", "sich widerspricht" und "konkrete Identität der Entgegengesetzten" sind selbst auch nicht voneinander getrennt, sondern eigentlich identisch. Das reine Sein, das zuerst gedacht wird, ist identisch dem Nichts und dem Werden - eigentlich. Allein im Denken wird von den konkreteren Bestimmungen abgesehen, eigentlich ist immer die Rede vom Gleichen.

Das Sein ist immer auch Werden. Allein vom Fokus des Denkens hängt nun ab, ob das Sein die Totalität darstellt (nämlich als reines Sein) oder nur ein Moment einer übergreifenden Totalität (etwa im Werden). Das Herabsetzen (vgl. Begriff "Setzen") zu Momenten einer Totalität wird Aufhebung genannt. Aufheben enthält drei Bedeutungen (vernichten, konservieren, anheben), die gleichzeitig gelten.

Das wesenslogische Denken des Gegensatzes wird "negative Dialektik" (auch oft nur "Dialektik") genannt, das Denken der Identität des Gegensätzlichen "positive Dialektik" (selten auch "Spekulation"). Die "positive Dialektik" hat nichts mit dem "Positivismus" zu tun, der über das wesenslogische Denken nicht hinauskommt.

Sein, Sein-Nichts und Werden ist nur der Schritt der denkenden Entfaltung des Gegenstands. Was aber ist der Gegenstand? Der Gegenstand ist das, was dort denkend entfaltet wird. Der Gegenstand kann vor seiner Entfaltung nicht benannt werden, weil er erst im Prozess der Entfaltung denkend entsteht. Was heisst entstehen? Entstehen bezieht sich nur auf die Gewinnung des Begriffs vom Gegenstand. Diese Bewegung im Raum des Denkens hat dem Hegelianismus die (Selbst-)Bezeichnung des Idealismus eingebracht. Dabei ist das Denken nur Ausdruck eines realen stofflichen Prozesses, der wiederum Teil des Denkens wird.

"... wie er sich widerspricht" (Wesenslogik)

Das ist die Struktur des zweiten Teils "Kategorien der Vermittlung":

  1. Wesen als solches (ab §92)
    1. Identität (ab §93)
    2. Unterschied (ab §95)
      • Verschiedenheit (§95)
      • Gegensatz (§96-98)
      • Widerspruch (§99/100)
    3. Grund und Folge (ab §102)
      • Keim / Anlage (§103)
      • Bedingung / Veranlassung (§104)
      • Grundlage / Voraussetzung (§105)
  2. Erscheinung (ab §108)
    1. Existenz (ab §109)
      • Erscheinendes Wesen (§109)
        • Materie / Stoff / Inhalt (§109)
        • Form (§109)
        • Existirendes / Ding (§109)
      • Eigenschaften (§110)
      • Stoffe / Materien (§111)
    2. Wesen und Erscheinung (ab §113)
      • Wesen ist nicht Erscheinung (§113)
      • Wesen als Gegenteil der Erscheinung (§114)
      • Gesetz (§115)
    3. Wesentliches Verhältnis (ab §117)
      • Ganzes und Teile (§118)
      • Kraft und Aeusserung (§119)
      • Inneres und Aeusseres (§122)
  3. Wirklichkeit (ab §124)
    1. Möglichkeit / Vermögen (§125) / Denkbarkeit (§126) ??
    2. Aktualität / Energie (§127) / Zufälligkeit (§128) ??
    3. Notwendigkeit (§129) / Sache (§130) ??
  4. Hier stimmt was nicht, eigentlich: Wirklichkeit
    1. Substanzialität (ab §132)
      • Substanz (§132)
      • Accidentien (§132)
      • Verhältnis von Subsistenz und Inhärenz ($132)
    2. Causalität (ab §134)
      • Ursache (§134)
      • Wirkung (§134)
      • Causalitätsverhältnis (§134/135)
    3. Wechselwirkung (ab §138)

Ich verstehe die Struktur ab §124 (Wirklichkeit) nicht.

"... konkrete Identität der Entgegengesetzen" (Begriffslogik)

Das ist die Struktur des dritten Teils "Kategorien der Freiheit":

  1. Subjectivität (ab §140)
    1. Begriff (ab §142)
      • Allgemeiner Begriff (ab §144)
        • Abstraktes / Vorgestelltes (§144)
        • Gemeinschaftlichkeit / Allheit (§145)
        • Begriffsallgemeinheit / wahrhafte Totalität (§146)
      • Besonderer Begriff (ab §147)
        • logische Differenz / Merkmal (§148)
        • disjunkte Arten (§149)
        • Vollständigkeit der Arten / Teilungsgrund (§150)
      • Bestimmter / concreter Begriff (ab §151)
        • Definition (§152)
        • Einzelnes (§153)
        • Einzigkeit und Gattung (§153)
    2. Urtheil (ab §155)
      • Urtheil der Unmittelbarkeit (ab §157)
        • positives Urtheil (§157)
        • negatives Urtheil (§158)
        • identisches Urtheil (§159)
      • Wesentliches Urtheil (ab §161)
        • singulares Urtheil (§162)
        • particulares Urtheil (§163)
        • universelles Urtheil (§164)
      • Begriffsmässiges Urtheil (ab §166)
        • unmittelbares Begriffsurtheil (§166)
        • wesentliches Begriffsurtheil (§167) / begründetes/vollständiges Begriffsurtheil (§168)
        • Urtheil der freiheit (§169)
    3. Schluss (ab §171)
      • Unmittelbarer Schluss (ab §173)
        • Erste Schlussfigur (§173)
        • Zweite Schlussfigur (§175)
        • Dritte Schlussfigur (§176)
      • Wesentlicher Schluss (ab §178)
        • Schluss der Allheit (§179)
        • Schluss der Vollständigkeit (§180)
        • Combinations-Schluss (§181)
      • Begriffsmässiger Schluss (ab §183)
        • Unittelbarer begriffsmässiger Schluss (§184)
        • Schluss der Notwendigkeit / des Zwanges (§185)
        • Schluss der Freiheit (§186)
  2. Objectivität (ab §190)
    1. Verhältniss der Objecte (ab §192)
      • Mechanismus (ab §193)
        • Mechanische Determination (§193)
        • Mechanisches Streben (§194)
        • Freier / absoluter Mechanismus (§195)
      • Chemismus (ab §197)
        • Gespanntseyn (§197)
        • Neutrales (§198)
        • Gleichgültiges (§199)
      • Wechselwirkung von Mechanismus und Chemismus (§200)
    2. Subjectivität und Objectivität (ab §202)
      • endlicher / innerlicher Zweck (§203)
      • Stoff / Material des Zwecks (§204)
      • Mittel / vermittelte Realisation des Zwecks (§)
    3. Zweckmässigkeit (ab §207)
      • realisirter Zweck (§207)
      • subjektiver / endlicher Zweck (§208)
      • Selbstzweck / Idee (§209)
  3. Idee (ab §211)
    1. Unmittelbarkeit der Idee (ab §213)
      • Leben / Sein der Idee (§213)
      • Seele / Leib (§214)
      • Einheit von Seele und Leib (§214)
        • Mannigfaltiges (§215)
        • Assimilation (§216)
        • Reproductionsprocess (§217)
    2. Idee als wesentliches Verhältniss (ab §219)
      • Das Wahre (ab §220)
        • Wahrheit (§220)
        • gewusste Vernünftigkeit (§221)
        • Percipiren und Produciren der Wahrheit (§222)
      • Das Gute (ab §224)
        • Vernünftigkeit als Zweck (§224)
        • Unvollendetes Erkennen/Wahres (§225)
        • Idee überhaupt / Vernünftiges schlechthin (§226)
    3. Idee als Absolutes (ab §227)
      • Wahrhaft Unendliches (§227)
      • Wissenschaft der Idee (§228)
      • Idee als vollendeter Selbstvermittlungprocess (§229)

Leitmotivisch: Die "Entwicklung des Begriffs ... besteht (darin), dass er zu dem wird, was er eigentlich ist". Im Raum des Denkens kann man das nett formulieren, das geht nicht mehr, wenn es um das Handeln geht.

Fragen

Wie ist das Verhältnis von Erkenntnis und Gegenstand der Erkenntnis? Manchmal wird explizit auf Erkenntnisprozess und erkennendes Subjekt hingewiesen (wie bei Dialektik), manchmal wird jedoch so formuliert, als ob der Gegenstand das handelnde Subjekt ist.

Wenn keine zeitliche Entwicklung betrachtet wird, sondern der "wahre Gegenstand", dann sind Widersprüche keine des Gegenstands (die sind ja aufgehoben), sondern nur die in der reproduzierenden Erkenntnis. Gleichzeitig wird aber ausgesagt, es seien wirkliche Widersprüche und keine bloß gedachten. Grenze des Idealismus?

Inwieweit und unter welchen Umständen und mit welchen Begründungen kann die hegelsche logische Entwicklung des Begriffs auch als Genese der Sache, also als entwicklungslogische (also zeitlich-logische) Herausbildung des Gegenstands verstanden werden? Ist beides identisch?

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