Begriff

Aus Laboratorium

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Ein paar Gedanken zur Begriffsbildung:

Der Begriff „Begriff“ hat üblicherweise zwei Bedeutungen:

Begriff: (Ausdruck, Bedeutung)
/\ Bedeutung: Definition | Assoziation
=> Begriff: (Ausdruck, Definition)¹ | (Ausdruck, Assoziation)²

Beispiele:

¹) „Ein Hund ist ein wolfartiges Wirbeltier mit 52 Zähnen und schwarzen Punkten.“
²) „Ein Hund ist sowas, was Wuschel z.B. ist.“

Denken ohne Begriffe:

  1. Ausdruck ohne Bedeutung (z.B. „Spunk“) oder mit unbekannter Bedeutung (z.B. „lg'orawetl'en yilyil“).
  2. Definition, welcher kein Ausdruck zugeordnet ist („Es fliegt herum und hat sieben Nasen.“).
  3. Assoziationen, denen kein Ausdruck zugeordnet ist – hierzu zwei Experimente:
    1. Denk an etwas rotes! An was hast du eben zuerst gedacht – an das Aussehen des Gegenstandes oder dessen Namen?
    2. Stell dir vor, wie du eine Banane ißt. Wie schmeckt die Banane? Wie heißt der Geschmack der Banane?

Wichtig: Begriffe sind dazu erforderlich, Gedanken mit anderen auszutauschen.

Weitere Sonderfälle:

  1. Mehrere Begriffe fallen auf den selben Ausdruck, z.B. bei „Arbeit“. Lösung des Problems: eindeutige Bezeichner verwenden (z.B. „mechanische Arbeit“, „Lohnarbeit“ etc.)!
  2. Namen sind Ausdrücke, die konkrete Exemplare bezeichnen.
    1. Sind Namen Begriffe?
    2. Oft denken wir an konkrete Exemplare, ohne ihnen Namen zu geben (s.o.: Assoziationen ohne Bedeutung)

Begriff und Wirbel

Wie passen nun Bedeutungswirbel in dieses Schema? Oder ist das nochmal etwas völlig anderes?

Begriffe sind zwar notwendig um Gedanken mit anderen auszutauschen, sie sind aber nicht hinreichend. Begriffe sind zu statisch. Tatsächlich wird in Alltagskommunikation immer sehr absichtlich mit verschiedenen Bedeutungen des selben Wortes changiert. Gerade das Beispiel Arbeit trifft es perfekt. In der politischen Diskussion wird ständig hin- und hergesprungen zwischen den verschiedenen Bedeutungen des Wortes. Das ist jedoch kein Bug sondern ein Feature. Nur so kann der Bedeutungswirbel Arbeit aufrechterhalten werden und damit seine gesellschaftliche Funktion, die darin besteht kreative Macht in instrumentelle Macht zu verwandeln.

Wie kommen wir von der Ebene der Begriffe zur Ebene der Bedeutunsgwirbel und können so überhaupt erst befreiende Gedanken denken und befreiende Taten tun? Vielleicht ist der Abschnitt oben "Denken ohne Begriffe" in die richtige Richtung gedacht.

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